Ukrainische Geflüchtete, lokale Verwaltungsmitarbeitende, ein Volkschor, zivilgesellschaftliche Organisationen — diese Begriffe beschreiben treffend die vielfältige Gruppe von Akteur*innen, die am vergangenen Freitag in einem lösungsorientierten Dialograum im Landkreis Dahme-Spreewald zusammenkamen, organisiert im Rahmen des Projekts „In Zukunft Zusammen“.
Die von Future Challenges organisierte Veranstaltung brachte Teilnehmende zusammen, die von Mitgliedern der ukrainischen Community bis hin zu Vertreter*innen der lokalen Verwaltung, NGOs und weiteren lokalen Akteur:innen reichten. Ziel war es, Erfahrungen auszutauschen, gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren und an praktischen Lösungen zur Verbesserung lokaler Integrationsprozesse zu arbeiten.
Migration Matters war vor Ort, um einen interaktiven Beitrag zur Förderung von Dialog und zum Wandel von Wahrnehmungen rund um Migration zu leisten. Wir begannen mit einem Icebreaker, der ein Gespräch über Deutschland als Einwanderungsland eröffnete. Dieser Austausch brachte unerwartete Erkenntnisse hervor — von Reflexionen über migrantische Identität in vielfältigen Gemeinschaften bis hin zu Fragen von Integration, Zugehörigkeit und Rückkehr.
Wir teilten außerdem Einblicke aus über einem Jahrzehnt unserer Arbeit mit vielfältigen Gruppen — von Schüler*innen und jungen Menschen bis hin zu Lehrkräften und Journalist:innen — und zeigten, wie wir diesen Ansatz derzeit im Kontext der lokalen Verwaltung in ganz Deutschland weiterentwickeln.
Im Verlauf der Veranstaltung beteiligten sich die Teilnehmenden an Diskussionen, die sich nicht nur auf die Verbesserung bestehender Strukturen konzentrierten — etwa die Kommunikation mit Behörden oder den Zugang zu Dienstleistungen —, sondern auch darauf, wie diese Systeme grundlegend neu gedacht werden können, um besser auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen. Gleichzeitig bot die Veranstaltung Raum für Begegnung: für Vernetzung, gegenseitige Unterstützung und den Aufbau langfristiger Zusammenarbeit über verschiedene Sektoren hinweg.
Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Future Challenges den Forschungsbereich von „In Zukunft Zusammen“ vor.. Durch eine Reihe kleiner Fokusgruppen hat das Projekt Perspektiven sowohl von ukrainischen Geflüchteten als auch von Verwaltungsmitarbeitenden zusammengebracht und so ein differenzierteres Verständnis der Herausforderungen und Chancen innerhalb lokaler Integrationsprozesse geschaffen. Mehr als die Hälfte der ukrainischen Befragten gab beispielsweise an, vor Terminen mit der lokalen Verwaltung in der Regel emotionalen Stress oder Angst zu empfinden. Gleichzeitig berichteten 90 % der Verwaltungsmitarbeitenden, dass sie aufgrund der großen Anzahl an Fällen, die sie bearbeiten, stark unter Stress stehen.
Das Team von Migration Matters freut sich darauf, auf dieser wichtigen Arbeit aufzubauen. Auf Grundlage der Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit „In Zukunft Zusammen“ werden wir diese Fragen im Rahmen unseres Projekts „Rethinking Participation“ weiter vertiefen – in Kooperation mit dem DeZIM-Institut und mit Unterstützung von EPIM, einer gemeinsamen Initiative des Network of European Foundations (NEF). Das Projekt legt den Fokus darauf, die gelebten Erfahrungen von Geflüchteten und anderen erzwungen migrierten Menschen stärker in die Gestaltung lokaler Integrationspolitiken in Deutschland einzubeziehen.
Wenn Sie daran interessiert sind, Migration Matters in Ihren kommenden Workshop oder Ihre Veranstaltung einzubinden, kontaktieren Sie uns gerne über unsere Kontaktseite.
