Wie fühlt es sich an, nach langer Zeit zurückzukehren?
Will ich zurück, weil ich muss – oder weil ich es will?
Migration wird oft als Reisen in ein neues, unbekanntes Land verstanden. Dabei meint Migration für viele Menschen auch die Rückkehr in ein ihnen vertrautes Land, ihre alte Heimat. Ob Rückkehr überhaupt eine Option ist, man sich freiwillig dazu entscheidet oder aber gezwungen ist, zurückzukehren: Das Thema Rückkehr umfasst eine große Bandbreite an Fragen zu Herkunft und Zugehörigkeit, Integration, Identität, kulturellen und sozialen Prägungen. Der Themenabend zeigt unterschiedliche persönliche Perspektiven aus Syrien, Ex-Jugoslawien und Afghanistan.
Distilled (Dokumentarfilm, 23min, D 2024) von Christopher Larson
Asmir war 15 als in Jugoslawien der Krieg begann. Als Jugendlicher ist er in einer Nacht- und Nebelaktion, und nur mit einer Plastiktüte voller persönlicher Dinge nach Deutschland ausgewandert. Das ist 27 Jahre her. In Berlin ist er groß geworden, hat sich ein Leben als Unternehmer aufgebaut: Er destilliert eigene Spirituosen, betreibt eine Bar in der Stadt und hat viele Ideen, wie er sich und sein Business weiterentwickeln möchte.
Durch sein bewegtes Leben in Berlin blieb die Frage nach der Herkunft – der alten Heimat – für Asmir lange im Hintergrund. Und doch ist das „Was wäre, wenn ich zurückgehen würde“ für viele Migranten zumindest als Gedankenspiel stets präsent: Was, wenn ich zurückkehre und niemand mehr im Heimatort ist, den ich kenne? Was, wenn sich alles verändert hat und sich gar nichts mehr vertraut anfühlt? Können Wurzeln durch eine lange Abwesenheit einfach verschwinden?
Born In Damascus (Kurzfilm, 15min, UK 2021) von Laura Wadha
Wie verändert die Distanz – örtlich und zeitlich – die Beziehung zu einem Ort? Die junge Filmemacherin Laura Wadha, geboren in Damaskus, ist zu Kriegsbeginn in Syrien im Jahr 2011 ausgewandert. Seither sind sie und ihre Familie über die ganze Welt verstreut. Sie selbst lebt in Schottland, ihre Cousine Lujain in Kanada. Nach mehr als 15 Jahren Leben in der Ferne, versuchen die beiden in Videocalls und gemeinsamen Erinnerungen wieder eine Verbindung zu ihrer gemeinsamen Familiengeschichte aufzubauen. Eine sehr persönliche Annäherung an das, was einmal Zuhause war: Syrien.
Im Anschluss an die Kurzfilme „Born In Damascus“ und „Distilled“ werden Videos aus dem aktuellen EU Forschungsprojekt GAPs – Decentring the study of migrant returns and readmission policies in Europe and beyond und der von Migration Matters e.V. produzierten Themenreihe zu „Return Migration“ vorgestellt.
Der Themenabend ZURÜCKKEHREN verbindet Film, Gespräch mit Protagonist Asmir und Filmemacher Christopher Larson, Diskussionsimpuls von Migrationsexpertin Ruth Vollmer (Bonn International Centre for Conflict Studies) und einen Wissens- und Erfahrungsaustausch im Publikum.
Dienstag, 27. Januar
18.00 – 20.00 Uhr im Yorck Kino
Mit freundlicher Unterstützung von

