Rückkehrmigration gestalten: Reflexionen von der GAPs-Abschlusskonferenz

GAPs-Partner*innen und Teilnehmende der Abschlusskonferenz

Ende Januar reiste das Team von Migration Matters nach Antalya, um an der Abschlusskonferenz des GAPs-Projekts teilzunehmen, die den Abschluss einer dreijährigen Phase gemeinsamer Forschung, des Austauschs und der kritischen Auseinandersetzung mit Rückkehrmigration markierte. Die Konferenz, ausgerichtet an der Akdeniz University, brachte Forschende, politische Entscheidungsträgerinnen, Praktikerinnen sowie Organisationen aus dem Bereich der Flüchtlingsrechte aus über 30 Ländern zu zwei Tagen des Austauschs zusammen.

Unter dem Titel „Rückkehrmigration navigieren: Wie weiter? Diplomatie, Infrastrukturen und Perspektiven darüber hinaus“, nahm sich die Konferenz zum Ziel, anhaltende Lücken zwischen Rückkehrmigrationspolitiken, ihrer Umsetzung vor Ort und den gelebten Realitäten der von Rückkehr betroffenen Menschen kritisch zu hinterfragen. In insgesamt 12 Panels sowie zwei Keynote-Vorträgen, gehalten von Anna Triandafyllidou (CERC Migration) und Linda Oucho (African Migration and Development Policy Centre) sowie 45 weiteren Präsentationen erkundeten die Teilnehmenden Rückkehrmigration nicht als klar definierten Endpunkt politischer Maßnahmen, sondern als Teil komplexer und oftmals fragmentierter Migrationsverläufe.

Anna Triandafyllidou (CERC Migration) hält einen Keynote-Vortrag.

Ein wiederkehrendes Thema der gesamten Konferenz war die Kluft zwischen politischen Narrativen und den Erfahrungen von Migrantinnen. Während Rückkehr häufig als ‚freiwillig‘, ‚nachhaltig‘ oder sogar als ‚Triple-Win‘ dargestellt wird, zeigten die vorgestellten Forschungsergebnisse, wie Zwang oftmals in Rückkehrprozesse eingebettet ist – etwa durch rechtlichen Druck, fehlende Alternativen oder an Bedingungen geknüpfte Unterstützung. Panels zu Rückkehrmigrationsinfrastrukturen und Migrationstrajektorien boten wertvolle analytische Perspektiven, um zu verstehen, wie Rückkehr durch Netzwerke von Akteur*innen, Technologien, materielle Bedingungen und alltägliche Praktiken geprägt wird. Dabei wurden bislang wenig diskutierte Dynamiken sichtbar, darunter informelle Arrangements, strategische Formen staatlicher Nicht-Einmischung sowie sich im Zeitverlauf verändernde Migrationsaspirationen.

Für uns bei Migration Matters war die Konferenz zugleich ein Anlass, unsere Rolle innerhalb des GAPs-Projekts zu reflektieren. Als Kommunikationspartner*innen haben wir eng mit dem Forschungskonsortium zusammengearbeitet, um komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in zugängliche, öffentlichkeitswirksame Formate zu übersetzen. Bernadette und Sophia leiteten die abschließende Sitzung der Konferenz, in der sie unsere Arbeit zu informativen Videos und digitalem Storytelling präsentierten und damit eine weiterführende Diskussion über Wissenstransfer und Migrationskommunikation in Zeiten zunehmender rechter Stimmungsmache anstießen.

Es war ein besonderer Moment, drei Jahre der Zusammenarbeit mit Partnerinnen und Weggefährtinnen zu teilen, unsere Rethinking Return Migration Videoreihe vorzustellen und Ideen auch jenseits der formellen Panels auszutauschen – bei gemeinsamen Mahlzeiten und in informellen Gesprächen. Diese Momente der Begegnung erinnerten daran, dass bedeutungsvolle Arbeit im Bereich Migration auch durch Dialog, Vertrauensaufbau und interdisziplinären Austausch entsteht.

Bernadette und Sophia von Migration Matters präsentieren Projektvideos.

Mit dem Abschluss des GAPs-Projekts bleiben die in Antalya aufgeworfenen Fragen weiterhin relevant: Wie können Rückkehrpolitiken migrantische Handlungsfähigkeit und Würde besser berücksichtigen? Welche Alternativen gibt es jenseits durchsetzungsorientierter Ansätze? Und wie können Forschung, Storytelling und Advocacy zusammenwirken, um dominante Narrative zu Rückkehr und Abschiebung zu hinterfragen?

Unsere Rethinking Return Migration-Videoreihe ist ab sofort auf unserer Website und auf YouTube verfügbar.. Wir sind dankbar, Teil dieses gemeinsamen Prozesses gewesen zu sein, und freuen uns darauf, die auf der GAPs-Abschlusskonferenz angestoßenen Gespräche weiterzuführen.

Fotos: Secil Akbas und Kudbettin Arik