Migration Matters wird 10: Zurückblicken, um voranzukommen

In der letzten Augustwoche, als der Sommer in Berlin noch nicht ganz vorbei war, trafen wir uns in einer kleinen Ecke von Neukölln, um einen großen Meilenstein zu feiern: 10 Jahre Migration Matters.

Gemeinsam mit Kolleg*innen, Partner*innen, Freund*innen und Unterstützer*innen trafen wir uns im IL KINO, einem unabhängigen Kino, das uns über die Jahre hinweg begleitet hat und in dem zahlreiche Filmvorführungen, Gespräche und Veranstaltungen im Rahmen von Migration Matters stattfanden. Es schien der perfekte Ort zu sein, um ein Jahrzehnt zu feiern, in dem wir Räume für differenzierte Gespräche über Migration geschaffen haben.

Die Feier zum 10-jährigen Jubiläum von „Migration Matters“ fand im IL KINO in Berlin statt

Der Abend begann mit einem Quiz, das Erinnerungen an die vergangenen zehn Jahre wachrief – an einige bedeutende Momente ebenso wie an kleine, kuriose Geschichten. Tatsächlich: Unsere Serie mit Hein de Haas aus dem Jahr 2016 wurde in seinem Wohnzimmer in Amsterdam gedreht, und Barcelona ist die Stadt, in der uns während eines Videodrehs 2018 unsere Portemonnaies gestohlen wurden!

In dem gemütlichen Kino leitete unsere Mitgründerin und Geschäftsführerin Sophia Burton die Diskussion und brachte Stimmen aus dem Team zusammen, um darüber nachzudenken, wo wir stehen und wohin wir gehen. Vorstandsmitglied Karoline Popp kehrte zunächst zu den Grundlagen unserer Arbeit zurück: Wie wir evidenzbasierte Gespräche über Migration fördern. Sie reflektierte über das Zusammenspiel von Verstand, Werten, Fakten und Geschichten und darüber, wie die Verbindung dieser Elemente uns helfen kann, komplexe Themen differenzierter zu betrachten. Darauf aufbauend stellte Bernadette Klausberger „Future Imaginaries“ vor, eines der diesjährigen Schwerpunktprojekte. Das erste Future Lab, das im vergangenen Juni in Berlin ins Leben gerufen wurde, brachte Forscher*innen, Künstler*innen und Vertreter*innen der Zivilgesellschaft zusammen, um mögliche Zukunftsszenarien der Migration in alternden Gesellschaften zu erörtern. Statt nur zu betrachten, was vor uns liegt, schuf das Projekt Raum, um sich vorzustellen, was möglich sein könnte. Vorstandsmitglied Rebecca Ferreboeuf ging anschließend auf die Herausforderungen ein, denen sich die Zivilgesellschaft heute gegenübersieht, und sprach darüber, wie sich Migration Matters an die aktuelle Situation anpasst – beispielsweise durch die Schaffung weiterer Räume für den Dialog, die Stärkung unserer Arbeit in Deutschland und eine engere Zusammenarbeit mit Studierenden und lokalen Verwaltungsangestellten.

Karoline Popp stellte unseren Ansatz vor, evidenzbasierte Gespräche zu fördern.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war ein Kurzfilm, der auf zehn Jahre Migration Matters zurückblickte und einige der Projekte vorstellte, die uns besonders am Herzen liegen. Zu Wort kamen renommierte Wissenschaftler*innen, Forscher*innen und Denker*innen wie Hein de Haas, Naika Foroutan, François Gemenne, Nando Sigona, Yvonne Su und Anna Triandafyllidou. Ihre Expertise hat unsere Arbeit über die Jahre wissenschaftlich geprägt und uns dabei geholfen, komplexe Themen und Erkenntnisse in verständliche Gespräche für ein breiteres Publikum zu übersetzen. 

In den vergangenen zehn Jahren haben wir fast 200 Videos in zehn Serien produziert und dabei Migration aus ganz unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Unsere Bildungsinhalte laden dazu ein, über vereinfachte Darstellungen hinauszudenken – von Nationalismus, Multikulturalismus und Populismus bis hin zu Klimawandel und Mobilität. Dabei kommen ganz unterschiedliche Stimmen zu Wort: von Wissenschaftler*innen und Fachleuten über Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrung bis hin zu Mitgliedern der breiten Öffentlichkeit. So bringen wir vielfältige Perspektiven in die Diskussion ein.

Ein Dankeschön an das Team für ein Jahrzent Migration Matters

Mit Blick auf die nächsten zehn Jahre ist eines klar: Der Bedarf an differenzierten, faktenbasierten Diskussionen über Migration wird nicht verschwinden. Wenn überhaupt, wird er sogar noch dringlicher. Deshalb setzen wir uns dafür ein, mehr Räume für den Dialog mit unterschiedlichen Zielgruppen in Deutschland und darüber hinaus zu schaffen. Wenn Sie uns dabei helfen möchten, diese Arbeit fortzusetzen, denken Sie bitte darüber nach, unsere Spendenkampagne zum 10-jährigen Jubiläum zu unterstützen.

Kolleg*innen, Partner*innen und Unterstützer*innen kamen zusammen, um zehn Jahre Migration Matters zu feiern.

All dies wäre ohne die vielen Teammitglieder, Freiwilligen, Partner*innen, Geldgeber*innen, Spender*innen und Unterstützer*innen, die Migration Matters in den letzten zehn Jahren geprägt haben, nicht möglich gewesen. Wir sind allen zutiefst dankbar, die ihre Zeit, ihr Fachwissen, ihr Vertrauen und ihre Ressourcen in unsere Arbeit eingebracht haben. Vielen Dank, dass ihr Teil unserer Geschichte seid und uns dabei helft, sie ins nächste Jahrzehnt zu tragen!

Bildnachweis: Allan Whyte